März 2022

Spende für Samira in Afghanistan

Spende über 600€ für junge Frau in Afghanistan, um Zwangsheirat zu verhindern. Ein Bericht von unserer Vermittlerin Elke Hofmann.

Spende für Samira in Afghanistan

Herr J. ein junger Mann kommt aus Afghanistan und kam als Minderjähriger 2015 nach Deutschland. Er wohnt in Wesel.
Seine Eltern und der ältere Bruder wurden durch eine Autobombe getötet, als er 7 Jahre alt war. Ein jüngerer Bruder, der zum damaligen Zeitpunkt 5 Jahre alt war, wird seitdem vermisst. Es gibt nur noch eine jüngere Schwester, die jetzt 17 Jahre ist und bei einem Onkel und seiner 7-köpfigen Familie lebt. Bislang hat Herr J. immer durch seinen Job bei einer Zeitarbeitsfirma in Hünxe seine Schwester so gut es ging finanziell unterstützt. Leider ist er selbst aus Sorge um seine Schwester und dem permanenten Druck bezüglich des noch nicht erhaltenen Aufenthaltstitels im Herbst letzten Jahres psychisch erkrankt und müsste dringend eine Trauma-Therapie machen. Da die Plätze hierfür jedoch leider nur sehr begrenzt sind, wird Herr J. derzeit nur medikamentös behandelt, um die schwere Depression abzuschwächen und suizidale Gedanken zu unterdrücken. Seit dem Abzug der Bundeswehr im vergangenen Jahr ist die Lage in Afghanistan sehr kritisch und die Armut ist groß. Menschen verkaufen ihre Kinder und Organe, um die eigenen Lebenschancen zu vergrößern.
Da der Onkel aufgrund der aktuellen Situation seinen Job verloren hat und die Familie Not leidet, hat er Herrn J. in den letzten Monaten immer mehr unter Druck gesetzt die minderjährige Schwester zu verheiraten, wenn er nicht weiterhin Geld schickt. Dieses hat schließlich zum völligen Zusammenbruch geführt, so dass er auch seinen Job verloren hat. Derzeit versuchen wir eine Möglichkeit zu finden, die Schwester sicher nach Deutschland zu holen, ohne sie hierbei einer Gefahr auszusetzen.

Mit der großzügigen finanziellen Unterstützung der Lazarus Oase kann eine Zwangsheirat in den nächsten Monaten verhindert werden und gleichzeitig wird Herrn J. dadurch ermöglicht, sich in Ruhe auf seine Gesundung zu konzentrieren.
Er ist ein sehr sympathischer und höflicher junger Mann, der fließend mehrere Sprachen spricht (auch Deutsch), nach dem Krankenhaus gerne den Hauptschulabschluss nachmachen möchte und berufliche Ziele hat.
Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Unterstützung. Sie haben definitiv dazu beigetragen, dass Herr J. u. Samira etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken können.
Herzlichen Dank an Alle!

Liebe Grüße
Elke Hoffmann
(Dipl.-Sozialwissenschaftlerin)

Der Betrag über 600€ wurde über „Local Transfer“ überwiesen. Die Gebühren für diesen Transfer wurde von Frau Hofmann übernommen.